Herri – Deutsche Knaben- und Mädchenschule

Diakonat

Herri 10 – Deutsche Knaben- und Mädchenschule


Audiobeitrag zur Deutschen Knaben- und Mädchenschule


Wisst Ihr eigentlich, das Württemberg das erste Land in Europa war, das die allgemeine Schulpflicht eingeführt hat? Vorher hielten gerade ärmere Leute es nicht für nötig, dass ihre Kinder in die Schule gingen, die Kinder mussten stattdessen auf Feld und Hof, in der Werkstatt oder im Haushalt arbeiten. In Herrenberg gab es früher zwei Schulen. In diesem Haus war einmal die Deutsche Knaben- und Mädchenschule. Die Deutsche Schule wurde von Kindern besucht, die einen Beruf ergreifen wollten, für den kein Studium nötig war. Es wurde Lesen, Schreiben und Grundkenntnisse im Rechnen gelehrt, außerdem war der Religionsunterricht sehr wichtig. Fremdsprachen lernten diese Kinder nicht. Zuerst gab es für Jungen und Mädchen nur eine Deutsche Schule und einen Schulmeister oder Lehrer. Damals wohnte der Lehrer noch direkt im Schulhaus. Später wurde ein zweiter Schulmeister eingestellt und Jungen und Mädchen getrennt.

Kinder, die einmal auf einer Universität studieren sollten, mussten die Lateinschule besuchen. Latein war lange Zeit die Sprache, die alle Gelehrten in ganz Europa verwendeten, so dass sich alle miteinander verständigen konnten, auch wenn sie aus verschiedenen Ländern kamen. Das war damals so wichtig wie heute Englisch. Latein war auch Unterrichtssprache an den Universitäten. An einer Lateinschule lernte man Lesen und Schreiben auf Latein und musste auch im Unterricht Latein reden. Die Lateinschule besuchten fast nur Jungen, denn an den Universitäten studierten früher nur Männer. Die Herrenberger Lateinschule war oberhalb der Stiftskirche in einem Gebäude direkt an der Stadtmauer untergebracht. Das Haus wurde aber schon vor etwa 100 Jahren abgerissen.

 

» Zurück zur Karte