Herri – Marktbrunnen

Marktbrunnen

Herri 2 – Marktbrunnen


Audiobeitrag zum Marktbrunnen


Einen Marktbrunnen gab es schon seit der Gründung der Stadt. Früher hatte man nämlich noch keine Wasserleitung in den Häusern. Immer wenn man Wasser brauchte, zum Waschen, Putzen oder Kochen, musste man mit Eimern an den Brunnen gehen und dann die schweren Eimer wieder heimtragen. Weil das viele Leute, vor allem Frauen, mehrmals täglich machen mussten, war hier immer etwas los und der Marktbrunnen war auch ein Treffpunkt zum Quatschen.

Auf dem Marktbrunnen sitzt oben ein Löwe, der das Wappen der württembergischen Herzöge trägt, denn die Pfalzgrafen von Tübingen haben Herrenberg später an Württemberg verkauft. Das Wappen ist viergeteilt: oben links die Hirschstangen des Hauses Württemberg, oben rechts die Rauten von Teck, unten rechts die Fische von Mömpelgard, heute Montbéliard in Frankreich, das gehörte damals zu Württemberg, und unten links eine Fahne mit einem Adler drauf, die sogenannte Reichssturmfahne. Die Württemberger hatten das Vorrecht, in Kriegen des Deutschen Reiches das Banner vorauszutragen. Das württembergische Herzogswappen kann man sich gut mit einem alten schwäbischen Kinderabzählreim merken: „Gäbele, Gitterle, Vögele, Fisch – du bisch!“

Die Wappen oben an der Säule sind die des Bürgermeisters und der für Herrenberg zuständigen Stellvertreter des Herzogs, die gerade im Amt waren, als der Brunnen im Jahr 1680 neu gestaltet wurde. Schaut mal genau hin, wie die Brunnensäule aussieht. Seht ihr, dass da Flöten in die Rillen eingelegt sind? Das gibt es auch bei Säulen im Innenhof des Alten Schlosses in Stuttgart. Dort saßen die Herzöge, und indem sie praktisch ein Stück ihres Schlosses hierher versetzten, machten sie deutlich, dass sie in Herrenberg das Sagen hatten.

 

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