Herri – Stadtbefestigung und Bronntor

Stadtmauer

Herri 6 – Stadtbefestigung und Bronntor


Audiobeitrag zu Stadtbefestigung und Bronntor


Wie viele Städte im Mittelalter besaß Herrenberg eine Stadtmauer mit Zinnen und Schießscharten. Schloss und Stadt Herrenberg bildeten durch ihre umlaufenden Mauern eine Großfestung. Die Stadtmauer entstand mit der Stadtgründung. Von 1126 m Gesamtlänge sind noch rund 620 m erhalten. An den Bergflanken, wo ein Angriff unwahrscheinlicher war, hielt man eine einfache Mauer für ausreichend. Unten in der Ebene, wo ein großes Heer auf breiter Front angreifen könnte, war die Stadt aber doppelt gesichert. Dort umlief ein tiefer Graben die Stadt, außerdem gab es vor der Stadtmauer noch eine niedrigere „Zwingermauer“ mit Rondellen zum Aufstellen von Kanonen. Wenn es der Feind geschafft hatte, den Graben zu durchqueren und die Zwingermauer zu übersteigen, war er immer noch nicht in der Stadt. In dem Zwischenraum zwischen Zwingermauer und Stadtmauer, im sogenannten „Zwinger“,  konnte der Feind dann noch bekämpft werden.

Drei hohe Haupttore führten in die Stadt: das Nufringer Tor im Norden, das Bronntor im Westen und das Tübinger Tor im Osten. Wir stehen gerade da, wo das Bronntor war. Alle drei Haupttore waren als Doppeltore ausgeführt, d.h. vor dem Tor überspannte eine Zugbrücke den Graben, und auf der gegenüberliegenden Seite stand noch ein Tor. Es gab noch zwei kleinere Nebentore: einmal das Hagtor im Norden an der Grenze zum Schlossbereich und das Gerbertor oder Affstätter Tor im Westen, das erst später als Zugang zu den Seen bei Feuersgefahr angelegt wurde.

 

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