Evangelische Stiftskirche St. Marien

Stiftskirche

Station 22 – Evangelische Stiftskirche St. Marien


Audiobeitrag zur Evangelischen Stiftskirche St. Marien


Der Name „Stiftskirche“ erinnert an die Zeit von 1439-1537, als an der Herrenberger Pfarrkirche ein Chorherrenstift angesiedelt war. Die Geschichte der Stiftskirche beginnt mit dem Bau einer Vorgängerkirche ab ca. 1250 (Chor- und Westmauerfundamente wurden bei der Sanierung in den 1970er Jahren ausgegraben). Eine Weihe an St. Maria vor 1284 ist urkundlich belegt. Danach muss von den Bauherren, den Pfalzgrafen von Tübingen, eine Planänderung veranlasst worden sein. Diese zeigt sich in der Erweiterung des Chores, der Verlängerung des Baus nach Westen und dem Einbau einer repräsentativen Herrschaftsempore. Altarweihen sind für 1293 und 1328 überliefert. Die Einwölbung des Chores folgte 1390, die ursprünglich zwei Türme und die Gewölbe von Langhaus und Westbau wurden um 1490 fertiggestellt. Die Südvorhalle mit gotischem Kielbogen, Christuskopf und Wappen wurde kurz nach 1495 angebaut. Ihre charakteristische barocke Haube erhielt die Kirche 1749, nachdem 1742 der Blitz in die beiden Kirchtürme eingeschlagen hatte. Seit ihrer Erbauung hatte die Kirche fortwährend statische Probleme durch den instabilen Untergrund. Wiederholt mussten Renovierungen und Stützmaßnahmen erfolgen. Die letzte umfangreiche Sanierung und Stabilisierung der Kirche fand in den Jahren 1971-1982 statt.

Die Stiftskirche ist eine der ältesten Hallenkirchen und besitzt das früheste Rosenfenster Schwabens. Von der Ausstattung sind besonders der gotische Taufstein (1472), die reichgeschmückte Steinkanzel (1502-04) sowie das prachtvolle geschnitzte Chorgestühl, das in der Werkstatt von Heinrich Schickhardt d.Ä. und unter Mitwirkung des Meisters Christoph von Urach geschaffen wurde (1517), hervorzuheben. Der ehemalige Hochaltar der Stiftskirche von Jerg Ratgeb, der sog. „Herrenberger Altar“ (1519) befindet sich heute in der Staatsgalerie Stuttgart.

 

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