Fruchtkasten

Fruchtkasten

Station 16 – Fruchtkasten


Audiobeitrag zum Fruchtkasten


Der Fruchtkasten markiert die Südostecke der Altstadt. Der heutige gewaltige Fachwerkbau wurde 1683/84 errichtet und ist das zweitgrößte historische Gebäude Herrenbergs nach der Stiftskirche. Im Kern ist das Bauwerk jedoch weit älter. Ein Steinbau aus dem 13. Jh., den Gründungsjahren der Stadt, ist noch innerhalb des Fruchtkastens erhalten. Von außen ist er an einem kleinen doppelbogigen Fenster an der Ostseite zu erkennen ist. Vielleicht wohnten hier Dienstleute der Pfalzgrafen mit der Aufgabe der Verteidigung des Tübinger Tores. Zur Stadtverteidigung, aber wahrscheinlich erst später angebracht, gehörte auch der mit Schießscharten versehene Beobachtungserker an der Südostecke des Gebäudes. Eine Inschrifttafel daran erinnert an die Erstürmung Herrenbergs im Bauernkrieg: „AN DEM 8 Tag MAII IST HERRENBERG GESTVRMT WORDEN VON 30 DVSEN (tausend) PVRN (Bauern) 6 STVND LANG 1525„.

Beim Bau des Fruchtkastens im 17. Jahrhundert überbaute man einen Teil der Stadtmauer sowie die alte Kelter. Herrenberg war bis ins 19. Jahrhundert Weinanbaugebiet. Im Inneren des Fruchtkastens wurde der  „Zehnt“, d.h. die Abgaben von Ernteerträgen an die Herrschaft, gelagert. Nachdem der Zehnt 1851 abgeschafft worden war, musste die Stadt das Gebäude erwerben. Man unterteilte den Fruchtkasten in kleinere Raumeinheiten und vermietete diese als Lagerräume. Heute ist im Fruchtkasten eine stadtgeschichtliche Ausstellung zu sehen (Öffnungszeiten: Jeden letzten Sonntag im Monat von 15-18 Uhr).

 

 

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