Ehemaliges Gasthaus zum Deutschen Kaiser

Deutscher Kaiser

Station 5 – Deutscher Kaiser


Audiobeitrag zum ehemaligen Gasthaus zum Deutschen Kaiser


In der Nähe des 1823 abgerissenen Nufringer Tores hat eine kleine Gruppe von Häusern den Stadtbrand von 1635 unbeschadet überstanden. Die Gebäude Stuttgarter Straße 18, 14, 17 und 22, stammen im Kern aus der Zeit vor 1635, wurden aber teilweise später verändert. Das ehemalige Gasthaus „Zum Deutschen Kaiser“ (Stuttgarter Straße 18) ist eines der ältesten erhaltenen bürgerlichen Häuser der Stadt, möglicherweise stammt es sogar schon aus der Zeit vor dem ersten Stadtbrand 1466.

Die Fachwerkbauweise ist typisch für das 15. Jahrhundert, vor allem die Verblattungen (zwei miteinander zu verbindende Balken werden beide so ausgeschnitten, dass sie plan übereinander zu liegen kommen) sowie die starken Geschossvorkragungen. Diese sind auch beim Gebäude Stuttgarter Straße 22 zu sehen (linker Teil des Gebäudes). Wohl seit Beginn des Deutschen Kaiserreiches 1871 gab es in der Stuttgarter Straße 18 die Gaststätte „Zum Deutschen Kaiser“, die bis 1989 bestand. 1990 wurde das Gebäude renoviert und dabei nach alten Befunden die originale Bemalung des Fachwerks in Ocker mit Schmuckstrichen an den Rändern der Gefache wiederhergestellt. Bei Grabungen im Keller des Gebäudes entdeckte man sogenannte Nachgeburtsbestattungen. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war es ein verbreiteter Brauch, die Plazenta in Töpfen im Keller zu vergraben, um das neugeborene Kind vor bösen Einflüssen zu schützen. Ähnliche Funde sind aus der näheren Umgebung, z.B. aus Sindelfingen, aber auch aus dem Heilbronner und Ludwigsburger Raum bekannt.

 

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