Marktbrunnen

Marktbrunnen

Station 2 – Marktbrunnen


Audiobeitrag zum Marktbrunnen


Einen Marktbrunnen gab es schon seit Gründung der Stadt, doch befand er sich ursprünglich in der Mitte des Marktplatzes. Er war einer der drei städtischen, d.h. öffentlichen Brunnen (die anderen beiden waren der Radbrunnen in der Tübinger Straße und der sog. Lämmlinsbrunnen in der Froschgasse) und wurde gespeist aus einem Quellreservoir auf der Affstätter Markung. Durch einen Marktbrunnen pflegte eine Stadt ihr städtisches Selbstbewusstsein zu zeigen, und so ist überliefert, dass es bereits im 15. Jh. einen aufwändigen, farbig bemalten und teilweise vergoldeten Marktbrunnen in Herrenberg gab. 1680 wurde der Brunnen an seinen jetzigen Standort verlegt und neu gestaltet.

Der Löwe auf der Säule hält das württembergische Herzogswappen: im viergeteilten Wappenfeld oben links die Hirschstangen des Hauses Württemberg, oben rechts die Rauten von Teck, unten rechts die Fische der lothringischen Grafschaft Mömpelgard, heute Montbéliard, die im 15. Jh. als Mitgift an die Württemberger kam, und unten links die Reichssturmfahne, da die Württemberger das Privileg hatten, in Kriegen des Deutschen Reiches das Banner vorauszutragen. Am Brunnenstock sind die Wappen des damals amtierenden Obervogtes Johann Eberhard von Varenbühler (viergeteiltes Wappen mit gekreuzten Streitkolben und Halbfigur eines Pferdes), des Untervogtes Johann Christoph Cantstetter (Halbfigur ohne Arme mit wehendem Kopfschmuck), des Bürgermeisters Johann Cunrad Forster (lilienartiges Wappen) und der Stadt Herrenberg angebracht.

Die in die Kanneluren des Schaftes eingelegten Flöten gibt es auch an Säulen im Hof des Alten Schlosses in Stuttgart: ein bewusstes Architekturzitat, das verdeutlicht, wer in Herrenberg das Sagen hat. 1908 wurde die stark verwitterte Brunnensäule erneuert.

 

» Zurück zur Karte