Stadtbefestigung und Bronntor

Stadtmauer

Station 12 – Stadtbefestigung und Bronntor


Audiobeitrag zu Stadtbefestigung und Bronntor


Durch ihre umlaufenden Mauern bildeten Schloss und Stadt Herrenberg eine Großfestung. Vom Berg herab zum bis Hagtor und zur Propstei zählten die Mauern noch zum Schlossbereich. Die Stadtmauer entstand mit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert Von 1126 m Gesamtlänge sind noch rund 620 m erhalten. An den Bergflanken, wo ein Angriff unwahrscheinlicher war, hielt man eine einfache Mauer für ausreichend. Unten in der Ebene, wo ein großes Heer auf breiter Front angreifen könnte, war die Stadt doppelt gesichert. Dort umlief ein tiefer Graben die Stadt, außerdem gab es vor der Stadtmauer noch eine niedrigere „Zwingermauer“ mit Rondellen zum Aufstellen von Geschützen. Wenn es dem Feind gelungen war, den Graben zu durchqueren und die Zwingermauer zu übersteigen, war er immer noch nicht in der Stadt. In dem Bereich zwischen Zwingermauer und Stadtmauer, im sogenannten „Zwinger“,  konnte der Feind dann noch bekämpft werden. Zinnen und Schießscharten vervollständigten die Wehrhaftigkeit der Stadtmauer.

Drei hohe Haupttore führten in die Stadt: das Nufringer Tor im Norden, das Bronntor im Westen und das Tübinger Tor im Osten. Alle drei Haupttore waren als Doppeltore ausgeführt, d.h. vor dem Tor überspannte eine Zugbrücke den Graben, und auf der gegenüberliegenden Seite stand noch ein Tor. Nebentore waren das Hagtor im Norden an der Grenze von Schlossbereich und Stadtmauer sowie das Gerbertor oder Affstätter Tor im Westen, das erst im 15. Jahrhundert als Zugang zu den Seen bei Feuergefahr angelegt wurde. In der Nordwestecke der Stadtmauer gab es einen als Gefängnis genutzten Turm, ein weiteres Türmchen stand auf Höhe der Stiftskirche in der nördlichen Stadtmauer. Die Haupttore und das Gerbertor wurden in den 1820er Jahren abgerissen.

 

 

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